Arbeitnehmerschutz (Teil 2)

Im ersten Teil haben wir Ihnen einen Überblick über die einzelnen Bestimmungen des Arbeitschutzgesetzes gegeben. Erfahren Sie  nun in Teil 2 alles rund um die Arbeitsplatzevaluierung:

Unter Evaluierung versteht man die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren am Arbeitsplatz sowie die Festlegung von erforderlichen Maßnahmen.

Die Evaluierung soll dem Arbeitgeber ermöglichen, auf systematische und organisierte Weise die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer stetig zu verbessern und zu kontrollieren. Die unmittelbar betroffenen Arbeitnehmer sind in das Evaluierungskonzept einzubeziehen.

Vorsicht!

Die Evaluierung hat jeder Arbeitgeber, auch wenn nur ein Arbeitnehmer beschäftigt wird, durchzuführen.

Durchführung

Der Arbeitgeber hat bei der Evaluierung die Grundsätze der Gefahrenverhütung anzuwenden:

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber selbst die Evaluierung durchführen. Falls erforderlich sind geeignete Fachleute (Sicherheitsfachkräfte, Arbeitsmediziner etc.) beizuziehen oder mit der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren zu beauftragen. Die Verantwortung liegt jedoch stets beim Arbeitgeber.

Kriterien

Bei der Evaluierung sind besonders folgende Kriterien zu berücksichtigen:

Vorsicht!

Bei Beschäftigung spezieller Gruppen von Arbeitnehmern (zB Frauen oder Jugendliche) gibt es zusätzliche Vorgaben für die Evaluierung.

Überprüfung

Die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren ist erforderlichenfalls zu überprüfen und sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Die festgelegten Maßnahmen sind auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls anzupassen, wobei eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen anzustreben ist.

Eine Überprüfung und - erforderlichenfalls - eine Anpassung hat insbesondere zu erfolgen:

Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente

Arbeitgeber sind verpflichtet, in einer der Anzahl der Beschäftigten und den Gefahren entsprechenden Weise die Ergebnisse der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren sowie die durchzuführenden Maßnahmen zur Gefahrenverhütung schriftlich festzuhalten (Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente).

Vorsicht!

Soweit dies aus Gründen der Gefahrenverhütung erforderlich ist, ist diese Dokumentation arbeitsplatzbezogen vorzunehmen.

Betriebe, welche bis zu 10 Arbeitnehmer beschäftigen, können ein vereinfachtes Verfahren in Anspruch nehmen. In solchen Betrieben dürfen aber keine Gefahren bestehen, für die Schutzmaßnahmen festzulegen wären.

Unser Tipp

Die Wirtschaftskammer hat gemeinsam mit der AUVA Musterformulare für Evaluierung und Dokumentation erstellt, und zwar sowohl branchen- als auch arbeitsplatzbezogen. Es existieren derzeit ca 450 Musterevaluierungsformulare. Diese Formulare können Sie hier abrufen.

Beratungsleistungen bei der Evaluierung bietet die AUVA an. Auch die Arbeitsinspektorate sind verpflichtet, bei der Evaluierung beratend tätig zu sein. Daher können sich Unternehmen auch an die zuständigen Arbeitsinspektorate wenden.

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